Strumpffilter zur Weichzeichnung der Haut

Was für Profi-Models «einfach dazu gehört», ist beim Portraitieren für «normale» Damen und vor allem Herren eher unüblich – das konsequente Pudern der Haut. Das Pudern mattet die Haut, lässt so störende Glanzstellen verschwinden, schliesst Poren und macht Hautunreinheiten unsichtbarer. Sicher, man kann anschliessend an die Aufnahme in der Bildbearbeitung einiges «nachholen», aber besser ist eindeutig, Unerwünschtes bekommt gar nicht die Gelegenheit, im Foto aufzutreten.

Ein Hilfsmittel, das sich darum beim Portraitieren empfehlen kann, ist der Strumpffilter.

Sie nehmen ein genügend grosses Stück möglichst dünnes Strumpfgewebe und spannen es straff direkt vor das Objektiv. Das ist einer der wenigen Fälle, in denen Sie die Gegenlichtblende vermutlich nicht verwenden, um mit dem Strumpfgewebe möglichst nahe der Frontlinse sein zu können.

Das Strumpfgewebe dient Ihnen jetzt als sanfter Weichzeichner, mildert Glanzstellen auf der Haut und macht Hautunreinheiten etwas unsichtbarer, hat also eine ähnliche Wirkung wie das Pudern der Haut. Ich betone, eine nur ähnliche Wirkung. Das Pudern der Haut ist ganz sicher besser, aber der Strumpffilter ist eine mögliche, behelfsmässige Alternative. Seine Wirkung lässt sich mit Den-Stärke und Färbung variieren. Mit einer mittleren Brennweite von etwa 85 bis 100 mm und einer eher offenen Blende entsteht so ein etwas «samtener» Hauteindruck. Die Scharfeinstellung sollten Sie manuell, auf die Augen, vornehmen, weil der Autofokus mit grosser Wahrscheinlichkeit vom Strumpffilter irritiert werden könnte. Machen Sie Testaufnahmen und schauen Sie diese in grösserer Grösse an – es lohnt sich.

17. Januar 2013 von Mario Ciceri
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